RESTAURANTGEBÄUDE

Baar

Restauration der Gebäudehülle

2025 - 2026

Das Restaurant Höllgrotten in Neuheim ist ein geschütztes Gebäude von besonderer bau- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung. Als einziger grösserer Tourismusbau der Gemeinde Neuheim aus dem späten 19. Jahrhundert steht es in engem Zusammenhang mit der touristischen Erschliessung der Höllgrotten und der historischen Entwicklung des Ortes. Seine Lage auf der Waldlichtung am Schnittpunkt historischer Wegverbindungen, macht das Gebäude zu einem prägenden Bestandteil des Ensembles Höllgrotten und des umgebenden Landschaftsbildes.

Der 1889 errichtete Bau ist im Schweizerhausstil gestaltet und zeichnet sich durch seine reich gegliederte Architektur aus. Charakteristisch sind das halb eingetiefte Sockelgeschoss, die Blendfachwerkfassaden, das Sturzwalmdach mit Quergiebeln sowie die zahlreichen dekorativen Elemente wie profilierte Fenstereinfassungen, ornamentierte Eckpilaster und Zierverkleidungen. Diese gestalterische Qualität bildete die Grundlage für die sorgfältige Sanierung und Restaurierung.

Ziel der Arbeiten war es, die historische Substanz zu sichern, die Gebrauchstauglichkeit des Gebäudes langfristig zu gewährleisten und das charakteristische Erscheinungsbild wieder zu stärken. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf dem Dach: Die bestehende Eindeckung war stark gealtert, sodass das Hauptdach mit neuen Biberschwanzziegeln eingedeckt wurde, während der Dachstuhl erhalten und nur lokal instandgesetzt wurde. Traufen, Ortgänge, Lukarnen und Kamine wurden sorgfältig restauriert beziehungsweise nach historischem Vorbild wiederhergestellt.

Auch die Fassaden wurden mit grosser Zurückhaltung und Präzision bearbeitet. Auf Grundlage farblicher Untersuchungen entstand ein differenziertes Farbkonzept, das die architektonische Gliederung des Gebäudes wieder besser lesbar macht. Holzverkleidungen, Schindeln, Fenster, Fensterläden, Eckpilaster, Gurtsimse und Zierelemente wurden farblich aufeinander abgestimmt. Der Sockelbereich wurde von ungeeigneten Beschichtungen befreit und mit mineralischem Putz beziehungsweise instandgesetzten Sandsteinelementen erneuert.

Besondere Aufmerksamkeit galt den handwerklichen Details. Die Türe im Untergeschoss konnte trotz Feuchte- und Schädlingsschäden erhalten und instandgesetzt werden. Schwelle, Dichtungen, Schloss und Beschläge wurden überarbeitet oder ergänzt, sodass die Gebrauchstauglichkeit wiederhergestellt werden konnte, ohne die gewachsene Patina zu verlieren. Auch die Fenster wurden ertüchtigt und in das neue Farbkonzept eingebunden.

Ein prägendes Element der Restaurierung waren die zahlreichen Zierverkleidungen und Fassadendetails. Fehlende oder stark beschädigte Zierriegel, Giebelverzierungen und Ornamentteile wurden auf Grundlage historischer Fotografien sowie vorhandener Vergleichsdetails rekonstruiert. Damit konnte die ursprünglich repräsentative Wirkung des Schweizerhausbaus wieder geschärft werden, ohne die historische Erscheinung künstlich zu überhöhen.

Die Restaurierung zeigt, wie sich denkmalpflegerische Sorgfalt, bautechnische Instandsetzung und heutige Nutzungsanforderungen miteinander verbinden lassen. Das Restaurant Höllgrotten bleibt als wichtiger Bestandteil der historischen Baugruppe und als orts- und landschaftsprägendes Gebäude erhalten. Gleichzeitig wird seine Geschichte als frühes touristisches Zeugnis der Region wieder sichtbar und nachvollziehbar.